Bereits 1979, also 10 Jahre nach "Stonewall" fanden in Bremen und Berlin "Gay Pride Paraden" statt.
Sie waren zusammen mit HOMOLULU (23.07.-29.07.1979 in Frankfurt) die ersten großen, öffentlichen Demonstrationen
eines neuen schwulen/lesbischen Selbstbewustseins in der BRD.
Am 30.07.1979 trafen sich auf dem Bremer Bahnhofsplatz und später auf dem Marktplatz zwischen 500 und 800 Schwule und Lesben zum
"Schwulen Karneval". Nach einer Werbeanzeige, gab es Musik, Theater und Schnacks(!). Das "BREMER BLATT" schrieb
damals:
"Es war ein Fest. Die Bremer staunten, sie haben ja schon
manches an Demos erlebt, aber so etwas. Da stellen sich die
Schwulen beiderlei Geschlechts auf die Straße und zeigen sich
und ihre Normalität, die sonst nur hinter den Vorhängen der
gesitteten Bremer Häuser stattfinden darf. Versteckt, unter der
Hand, unterdrückt. In der amerikanischen Tradition ist dieser
Gay Liberation Day schon lange verankert, jetzt haben wir in
der BRD die ersten Zeichen, daß die Schwulen in die öffentlichkeit gehen.
Nicht mehr als einzelne, die an den Rand der
Gesellschaft gedrängt werden, sondern in großen Gruppen."
Und die "Bremer Nachrichten" vom 02.07.1979 schrieben:
" "Schwuler Karneval" gegen Vorurteile und Diskriminierung
In bunten Kostümen und mit Transparenten zogen am Sonnabend rund 700 homosexuell veranlagte Männer und Frauen
durch Bremens Straßen. Unter dem Motto "Schwuler Karneval" wollten sie mit dieser friedlichen Demonstration
auf die Diskriminierungen hinweisen, denen Homosexuelle auch heute noch überall ausgesetzt sind.
Die Männer etwa forderten auf ihren Plakaten, die "antihomosexuellen Paragraphen 174, 175 und 176 des
Strafgesetzbuches ersatzlos zu streichen". Für die meisten Demonstrationsteilnehmer war es das erste Mal, daß
sie sich öffentlich zu ihrer Homosexualität bekannten."
Erst 1993 gab es in Bremen den nächsten CSD - mit dem Motto "Keine Rechenschaft für Leidenschaft".
Es gab eine Parade, eine Kundgebung auf dem Marktplatz und die Abschlußfete im Café Homolulu im Rat und Tat Zentrum.
1994 veranstaltete der Verein "Christopher Street Day Bremen / Weser-Ems" den zweiten CSD
in dieser Stadt. Es gab damals unschöne Auseinandersetzungen zwischen dem Veranstalter und einem Teil der Schwulen und Lesben -
deren Veranstaltung es ja eigentlich werden und sein sollte.
Erst im Jahr 2004 gab es wieder einen CSD in Bremen - in Form eines Straßenfestes auf dem Domshof. Das Motto:
"Bremens Vergangenheit, Bremens Zukunft, Bremens Akzeptanz".
Auch 2005 planten die Macher wieder einen CSD in Bremen. Dieser sollte am 30.07.2005 stattfinden, wurde dann
verschoben und schließlich im Juli 2005 ganz abgesagt. Nähere Informationen unter
www.csd-bremen.de.
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